Der Termin in Samarra  

 

Ein Händler aus Bagdad schickt seinen Diener auf den Markt, um Nachschub zu holen.

Aber schon nach kurzer Zeit kehrt der Diener unverrichteter Dinge zurück. Kreidebleich und ganz verstört erzählt er seinem Meister von der schauerlichen Begegnung auf dem Markplatz. Im Gedränge des Bazars sei plötzlich eine Frau mit ihm zusammengestossen und als er sie näher anschaute, war es der TOD. » Sie schaute mir direkt in die Augen und gestikulierte wild umher – bitte leihe mir dein Pferd und lass’ mich nach Samarra reiten»  flehte der Diener «Dort wird sie mich nicht finden und ich kann meinem Schicksal entrinnen»

Der Händler gab ihm das Pferd und der Diener ritt in Windeseile davon. Wenig später dann geht der Händler selber auf den Marktplatz, um seinen Nachschub zu besorgen. Dort angekommen, trifft er auf dieselbe Frau, den „Tod“ –  und er fragt sie, warum sie seinem Diener soviel Angst und Schrecken eingejagt habe.» Ich habe ihm keine Angst eingejagt, ich war bloss erstaunt, dass ich ihn auf dem Markt in Bagdad antreffe, wo doch unser Termin auf heute nacht in Samarra festgesetzt ist». Mythos aus der Zeit der Sumerer(Babylon)

———-

Alles ist vergänglich, auch der Mensch. Wir sind von Natur aus nicht unsterblich, sondern endlich.

«Wer vor dem Tod flieht, läuft ihm nach.» Heraklit